Das Osternest und der Frühlingsputz

April 13th, 2018, Episode 8

Zukker im Leben (CH-D)

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Das Osternest und der Frühlingsputz

Zukker im Leben (CH-D)

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
Herzlich willkommen zur Sendung „Zukker im Leben“ vom 13. April 2018. Hatten Sie schöne Ostertage? Ich habe den Ostersonntag mit meinen Eltern verbracht. Es ist nämlich etwas schief gelaufen, aber dafür waren es die lustigsten Ostern meines Lebens. Davon erzähle ich Ihnen heute. Brigit hat die freien Tage für den berühmten Frühlingsputz [1] genutzt und ich habe dabei viel von ihr gelernt. Zum Beispiel auch, dass man nicht in Socken auf eine Leiter steigen sollte. Wie das war, erfahren Sie ebenfalls heute.
Viel Vergnügen!

***

Die Osterhasen und Ostereier stehen schon seit Wochen in den Läden. Kaum ist die Weihnachtsdekoration weg, kommt die Osterdekoration. Und wenn dann wirklich Ostern ist, kann ich die ganzen Hasen eigentlich schon gar nicht mehr sehen. Mögen Sie Ostern, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer? Ostern ist für viele Menschen ja fast ein bisschen wie Kurzferien, weil in manchen Büros von Donnerstagabend bis Dienstagmorgen nicht gearbeitet wird.
Der Karfreitag [2] ist ein Feiertag und der Ostermontag ist ein Sonntag. Mein Vater hat mich für den Ostersonntag eingeladen. Er will unbedingt Ostereier im Garten suchen. Als ich zu meinen Eltern komme, sagt meine Mutter zu mir: „Ich habe ein Körbchen mit einem Hasen und Eiern aus Schokolade für Papa gefüllt. Willst Du es verstecken?“ Ich finde es ja sehr lustig, dass mein Vater offenbar das Kind in sich entdeckt und wir jetzt ein Osterritual für einen 65-jährigen Mann durchführen. Als ich das Körbchen im Garten zwischen zwei Büschen [3] gut versteckt habe, kommt mein Vater in den Garten. Er läuft in die verkehrte Richtung und meine Mutter weiss jetzt schon, es wird ewig dauern, wenn wir ihm nicht etwas helfen. Sie sagt zu ihm: „Dem der suchen muss, darf man etwas helfen.“ Und dann sagt sie zu ihm: „Kalt, ganz kalt!“ Er dreht sich um und ich sage: „Wärmer!“ Je näher er dem Osternest [4] nach gefühlten dreissig Minuten kommt, rufen meine Mutter und ich im Chor [5]: „Heiss! Ganz ganz heiss!“ Stolz wie Oskar [6] nimmt er das Körbchen aus dem Gebüsch und freut sich sehr.
Dann sitzen wir um den Tisch im Wohnzimmer, vor uns ein Teller mit gekochten Eiern.
Früher als kleines Kind habe ich mit meiner Mutter Eier gefärbt [7], heute sind sie weiss, aber trotzdem wollen wir Ostereiertütschen [8]. Kennen Sie diesen Brauch [9] an Ostern, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer? Mein Vater nimmt ein hart gekochtes Ei und schlägt mit der Spitze seines Eis auf die Spitze des Eis meiner Mutter. Die Schale von ihrem Ei zerbricht sofort. Vater hat gewonnen und freut sich sehr. Dann bin ich dran. Weil Vater vorher gewonnen hat und sein Ei noch unversehrt [10] ist, darf er zuerst auf mein Ei schlagen. Auch mein Ei zerbricht sofort. Aber nicht nur die Schale, nein, das ganze Ei zerbricht. In meiner Hand liegt die Schale und das Eigelb läuft über meine Hand. Wir lachen alle und dann sagt mein Vater: „Um Himmels Willen!“

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Seit Brigit ihre Messi-Problematik [11] besser im Griff [12] hat, putzt sie sehr viel. Sie hat mir das einmal so erklärt: „Weisst Du Nora, seit meine Wohnung nicht mehr so zugestellt [13] ist, habe ich plötzlich wieder freie Flächen, wo sich der Staub sammelt und jetzt muss ich natürlich öfter putzen.“ Das hat mir eingeleuchtet [14] und ich bin froh, dass sie nicht mehr krankhaft Dinge sammeln muss.
Am Ostermontag hat mich Brigit gefragt, ob ich beim Frühlingsputz mitmachen will. Ich putze nicht gerne. Aber es kommt manchmal vor, dass ich gerade dann die Wohnung putze, wenn ich eigentlich arbeiten sollte, aber lieber alles aufschiebe [15].
Brigit kommt zu mir in die Wohnung und trägt einen blauen Overall [16], als wäre sie eine Handwerkerin [17]. Sie bringt eine Leiter, geht dann wieder nach unten und kommt mit einem Eimer und vielen Flaschen Putzmittel wieder zu mir hoch. Sie sagt zu mir: „Als erstes ist die Küche dran. Du räumst alle deine Vorräte [18] aus den Schränken und ich beginne mit dem Putzen.“
Das finde ich eine gute Arbeitsteilung [19]. Dann gehen wir ins Bad, wo schon lange der Abfluss meiner Dusche verstopft [20] ist. Brigit leert eine sehr aggressive Flüssigkeit in den Abfluss und sagt: „In drei Stunden hat sich jedes Haar restlos [21] aufgelöst.“ Ich bedanke mich jetzt schon bei ihr, dass sie, nachdem sie ihre Wohnung putzte, jetzt auch noch meine putzt. Sie mache das gerne, ich hätte ihr doch auch schon so viel geholfen und offenbar könne ich es wirklich nicht, das sehe sie auf den ersten Blick. Ich liebe Brigits Ehrlichkeit und frage sie, woran sie das genau sehe. Sie sagt: „Nora, deine Fenster sind eine Katastrophe. Hat noch kein Besuch etwas gesagt?“ Ich lache und schüttle den Kopf. Brigit stellt die Leiter vor den Fenstern im Schlafzimmer auf. Bevor sie selber auf die Leiter steigt, sage ich ihr, dass ich das selber machen möchte. Sie müsse mir aber Tipps geben, weil ich Fensterputzen sehr schwierig finde. Ich steige auf die Leiter und bevor ich mich überhaupt richtig festhalten kann, falle ich rückwärts von der Leiter. Brigit schreit: „Nora, du kannst doch nicht in den Socken auf die Leiter steigen!“ Ich hatte wirklich grosses Glück, weil ich von der Leiter auf mein Bett gefallen bin.
Aber liebe Zuhörerinnen und Zuhörer jetzt sind natürlich meine Fenster in der Wohnung immer noch dreckig. Brigit hat sich so erschrocken von meinem Sturz [22], dass sie erst einmal einen Schnaps trinken muss. Jetzt brauche ich also Ihre Hilfe: Haben Sie Tipps für mich, wie ich meine Fenster so putzen kann, dass es am Schluss nicht wieder so mühsame Streifen auf den Scheiben hat? Es gibt bestimmt Profis unter Ihnen, die mir das Wichtigste für einen erfolgreichen Frühlingsputz verraten könnten. Schreiben Sie mir!

***

Ich freue mich sehr, wenn ich Ihnen am 27. April, dann wieder auf Hochdeutsch, auf podclub.ch und in der App wieder aus meinem Leben erzählen darf. Ich war mit Anna für ein Wochenende in Mailand. Wie das war, erzähle ich Ihnen das nächste Mal sehr gerne. Schauen Sie doch in der Zwischenzeit bei Instagram unter #PodClubNora und #zukkerimleben vorbei und üben Sie mit dem Vokabeltrainer in unserer App.
Auf Wiederhören!

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